Über 95 Jahre Fußballsport in Eitting. Welche Begeisterung und welcher Idealismus hinter einer eigentlich nüchternen Zahl stehen, soll an dieser Stelle in einer kleinen Chronologie dargestellt werden.
Als sich im Jahre 1922 einige junge Burschen in Eitting von der Fußballbegeisterung anstecken ließen und beschlossen einen Verein zu gründen, ahnte natürlich keiner von Ihnen, was sich einmal aus dieser Idee entwickeln sollte.

Die Gründungsmitglieder Hans Holzer, Bartholomäus Hofbauer, Jakob Huber, Georg Kranzeder, Anton Maier, Josef Mayr, Heinrich Mehringer, Josef Pirsch, Leonhard Pirsch, Hans Scharl, Theodor Stiftl, Franz Strasser und Bartholomäus Thaler erwiesen damit Ihrer Eittinger Gemeinde einen auch heute noch gültigen wertvollen Dienst.

Die ersten Jahre waren dann auch gleich mit vielen Schwierigkeiten bepflastert. Es fehlte an Spielkleidung, -ausrüstung, Fußbällen und vor allem aber an einem bespielbaren Fußballplatz. Nach ständigem Platzwechsel fand man durch die selbstlose Unterstützung des unvergessenen Hans Scharl sowie Felix Erber eine bis 1997 bestehende Fußballheimat an der Erdinger Straße (heute dient er als Ausweich- und Trainingsplatz). Die Aufnahme des geregelten Spielbetriebes führte erst 1932 nach Gründung des Bezirksverbandes Erding zum Erfolg. Als sich dann im Jahre 1933 Albert Fischer vom BC Augsburg dem FC Eitting anschloss, folgten die ersten sportlichen Erfolge. Leider kam durch die Kriegsjahre der Spielbetrieb völlig zum Erliegen. 22 Sportkameraden kehrten nicht aus dem 2. Weltkrieg zurück. Unter ihnen auch die 1. Vorstände Georg Scharl (1932 – 1934) und Albert Fischer (1934 – 1942).

Trotz allem und mit großer Unterstützung der amerikanischen Besatzungsmacht konnte der Spielbetrieb wieder belebt werden. Verstärkt durch Sportler aus Reisen und in Eitting wohnenden Flüchtlingen wurde 1946 und 1947 jeweils die Bezirksligameisterschaft errungen. In den kommenden Jahren änderte man den Sportplatz, der früher längsseits der Erdinger Straße verlief, in die jetzige Richtung. Als damals der Zuschuss, den der BLSV dem FC Eitting zur Verfügung stellte, schnell verbraucht war, musste man die Platzarbeiten einstellen. Auf Vermittlung von Sportkamerad Josef Hohmann sprangen die Amerikaner in die Bresche. Mit Planierfahrzeugen in Größen wie man sie bei uns damals nicht kannte, planierten sie den Platz innerhalb 14 Tagen kostenlos.

Nach dem 30-jährigen Vereinsjubiläum folgte 1953/1954 ungeschlagen der Aufstieg in die A-Klasse, dem wechselvolle Jahre voller Höhen und Tiefen folgten. So stieg der FC Eitting bis in die C-Klasse ab. In erster Linie ist es der höchst erfolgreichen Jugendarbeit der damaligen Jugend- und Schülerleiter Anton Irl, Otto Hobmaier, Werner Zollner und Lorenz Strasser zu verdanken, dass dieses Tief überwunden wurde. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr 1972 gelang der jungen Mannschaft (Durchschnittsalter 20 Jahre) der Wiederaufstieg in die B-Klasse. Beflügelt durch den sportlichen Erfolg feierte der FC Eitting, inzwischen unter der Führung von Oskar Vincenti, sein 50-jähriges Bestehen. Erstmals wurde dabei auch eine Vereinschronik herausgegeben. Der Verein hatte inzwischen 200 Mitglieder und war sportlich erfolgreich und finanziell gesund.

Im Jahr 1973 gab sich der FC Eitting eine Vereinssatzung, die am 04.08.1973 in der Generalversammlung einstimmig gebilligt wurde.

Im Spieljahr 73/74 errang man die B-Klassenmeisterschaft und so stieg man nach 20-jähriger Abwesenheit wieder in die A-Klasse auf, wo im ersten Jahr gleich die Vizemeisterschaft errungen wurde. Bis heute spielt nun unsere I. Mannschaft mindestens in der A-Klasse (jetzige Kreisliga) oder höherklassig, was für unsere kleine Ortschaft mit ca. 1600 Einwohner eine hervorragende sportliche Leistung darstellt.

Im September 1974 wurde der Bau von Umkleide- und Duschräumen an der Erdinger Straße beschlossen und 1975/1976 gebaut. Ostern 1976 wurde das neue Sportheim mit einem großen Pokalturnier, das der FC Eitting als Turniersieger vor Falke Markt Schwaben beendete, eingeweiht. Der Bau des Sportheimes, der verbunden mit Ergänzungs- und Umbauten 1982 abgeschlossen wurde, war nur unter dem freiwilligen Einsatz der Mitglieder möglich, die dabei 5000 kostenlose Arbeitsstunden leisteten. Die Gemeinde Eitting hatte inzwischen eine Schulturnhalle erbaut, die dem FC Eitting zu Trainingszwecken zur Verfügung gestellt wurde und die Trainingsbedingungen wesentlich verbesserte. Die sportlichen Bedingungen wurden 1980 nochmals entscheidend verbessert, denn durch die Erstellung der neuen Schulsportanlage durch die Gemeinde Eitting, durfte man den Rasenplatz als Trainings- und Ausweichplatz benutzen. Durch hervorragende Nachwuchsarbeit konnte man immer wieder junge Talente in die I. Mannschaft einbauen und so gelang in den folgenden Jahren stets der sichere Erhalt der A-Klasse. Nachdem man in der Saison 81/82 mit dem FC Ismaning punktgleich an erster Stelle stand und erst im Entscheidungsspiel in Erding vor 1500 Zuschauern mit einer 1:0 Niederlage an Ismaning scheiterte, gelang ein Jahr später der Aufstieg in die Bezirksliga. Dabei war man zunächst am Saisonende mit zwei weiteren Mannschaften (TSV Erding und SpVgg Moosburg) punktgleich. In zwei siegreichen Entscheidungsspielen (8:3 gegen Erding und 3:0 gegen Moosburg) wurde die A-Klassenmeisterschaft erspielt. Ohne fremde Spieler konnte man allerdings die Liga nicht halten und musste nach einem Jahr bereits wieder absteigen. Zwischendurch errang die 2. Mannschaft zweimal (79/80 und 84/85) die Meisterschaft. 1985 übergab Oskar Vincenti nach 21-jähriger Amtszeit die Vereinsführung an Franz Neudecker. Für seine außerordentlichen Leistungen erhielt Oskar Vincenti die DFB-Verdienstnadel, die Ehren-Verdienstnadel in Gold vom BLSV und wurde vom FC Eitting zum Ehrenvorstand ernannt. 1987 erstellte der Festausschuss zum 65-jährigen Vereinsjubiläum die zweite Vereinschronik. Abwechslungsreiche Jahre folgten danach in der A-Klasse ehe in der Saison 89/90 die Doppelmeisterschaft (I. und II. Mannschaft) unter Trainer Edi Sailer gelang. Leider dauerte auch hier die Bezirksligazugehörigkeit nur ein Jahr.

1989 wurde die Abteilung Stockschützen gegründet. Alfred Patzlsperger wurde als Abteilungsleiter gewählt und war in den ersten Jahren federführend beim Bau von 4 Stockbahnen mit einem Stockhäuserl beschäftigt. Albert Röslmair und Emmeran Ettl folgten als weitere Abteilungsleiter. Die Abteilung nimmt sehr erfolgreich mit 5 Mannschaften am Spielbetrieb teil.

Nach der 3. A-Klassenmeisterschaft in der Saison 95/96 mit Trainer Adolf Maier wollte man unbedingt länger als eine Saison in der Bezirksliga bleiben. Leider klappte es wieder nicht dieses Vorhaben umzusetzen und man musste 1997, ausgerechnet im Jubiläumsjahr (75 Jahre FC Eitting mit Herausgabe der 3. Festschrift) den sofortigen Abstieg hinnehmen. Dabei hätte sich der FC Eitting in der neuen Saison mit einer bezirksligareifen Sportanlage präsentieren können. Zum 75. Geburtstag machte sich der Verein nämlich selbst das schönste Geschenk. Nach einer mehrjährigen Planungszeit und einer Bauzeit von 1 1/2 Jahren entstand an der Berglerner Straße eine neue Sportanlage mit 2 Spielfeldern, 1 Kleinspielfeld und einem Sportheim das im August 1997 mit einem großen Jubiläumsturnier eingeweiht wurde. In weit über 10.000 Stunden Eigenleistung haben die Mitglieder des FC Eitting das Sportheim sowie große Teile der Außenanlage selbst gebaut. Die Rasenplätze wurden von der Fa. Hilgers aus Frontenhausen erstellt.

Nach 12-jähriger Amtszeit löste im August 1997 Alfred Neudecker seinen Bruder Franz Neudecker als 1. Vorstand ab. Zwei Jahre kämpfte man danach gegen den Abstieg aus der Kreisliga ehe mit dem Zugang vom ehemaligen Bundesligaprofi Albert Gröber (TSV 1860 München) ein neuer Höhenflug ansetzte. Im Dezember 1999 übernahm Albert Gröber als Spielertrainer das Ruder bei den Weiß-Blauen. Nach der souveränen Kreisligameisterschaft im Jahr 2000 musste man im darauffolgenden Jahr die Bezirksliga wieder verlassen, aber nicht wie dreimal vorher nach unten sondern in Richtung Bezirksoberliga. Als Bezirksliga-Vizemeister erkämpfte sich die Mannschaft in zwei Entscheidungsspielen den Aufstieg in die Bezirksoberliga und erreichte damit den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Nach dem 8:7 n.E. gegen den Oberligisten SV Waldkraiburg reiste man drei Tage später wieder nach Taufkirchen. Vor einer Rekordkulisse von ca. 3000 Zuschauern gab es einen neuerlichen Fußballkrimi und zwar gegen den Vizemeister der Bezirksliga Gruppe Ost, TSV Buchbach, zu sehen. Mit einem 6:5 n.E. (1:0, 2:2) erlebten die Fußballfans ein Spiel das an Spannung und Dramatik nicht mehr zu überbieten war und feierten anschließend im Festzelt bis in den Morgenstunden den sportlichen Höhepunkt.

Ohne weitere Verstärkung des Spielerkaders war allen klar, dass diese Klasse nicht zu halten war. Und so kam der Abstieg nach 1 Jahr Bezirksoberliga nicht überraschend. Als Drittletzter der Tabelle beendete man das Abenteuer BOL. Leider verließen uns danach 6 Spieler, so dass ein Jahr später mit Mühe nur der Relegationsplatz in der Bezirksliga Gruppe Nord belegt wurde. Das erste Entscheidungsspiel gegen Unterschleißheim wurde nach Verlängerung 3:1 gewonnen. Im zweiten Spiel gab es dann jedoch eine 1:4 Niederlage gegen den VfR Garching und man musste den Abstieg in die Kreisliga in gleicher Geschwindigkeit wie den Aufstieg innerhalb von zwei Jahren hinnehmen. Wieder verließen 8 Mann darunter auch Spielertrainer Albert Gröber den Spielerkader des FC Eitting, so dass der Klassenerhalt in der Kreisliga das erklärte Ziel war. Durch einen grandiosen Endspurt unter Spielertrainer Reiner Duschek (er löste Manuel Gomes in der Winterpause ab) konnte man in der Saison 2003/2004 einen Spieltag vor Ende die Klasse endgültig sichern.

Der FC Eitting entwickelte sich in dieser Zeit zur Fahrstuhlmannschaft, denn schon in der nächsten Saison 2004/2005 gelang die Kreisligameisterschaft mit dem neuen Spielertrainer Ernst Hablowetz bzw. eine Doppelmeisterschaft, da auch die Reserve mit Spielertrainer Harry Kronthaler Meister wurde. Leider dauerte die Zugehörigkeit zur Bezirksliga wieder nur 1 Jahr. Man schaffte es zwar in die Relegationsspiele, doch eine zu dünne Spielerdecke ließ den erhofften Erfolg „Klassenerhalt“ nicht zu Stande kommen. Nach 3 Entscheidungsspielen (Niederlage n.E. gegen SV Zamdorf, 1:0-Sieg gegen Langengeisling und 1:3 gegen FC Arnsberg) stieg man in die Kreisliga ab. Im Jubiläumsjahr, sprich Kreisliga Saison 2006/2007 konnte sich die erste Mannschaft am letzten Tag den Klassenerhalt sichern. Im darauf folgenden Spieljahr belegte man einen ungefährdeten 8. Platz. Die Zweite spielte seit dem Aufstieg 2005 fortwährend in der A-Klasse und musste erst in der Saison 2007/2008 den Abstieg in die B-Klasse hinnehmen.

Für das Spieljahr 2008/2009 verpflichtete der FC Eitting im Sommer 2008 den Spielertrainer Michael Stiller, der zuvor in der Landesliga bereits als Spielertrainer beim FC Pipinsried aktiv war. Eine tolle junge Eittinger Gemeinschaft entwickelte sich unter seiner Führung. Man erreichte nach einer grandiosen Saison die Vizemeisterschaft in der Kreisliga. Dann folgten zwei Entscheidungsspiele. Zuerst der Landkreiskracher schlechthin - ein Derby gegen den FC Moosinning. Nach 90 Minuten stand es 3:3 und schließlich konnte die Partie mit 5:3 in der Verlängerung im Semptsport-Stadion Altenerding vor 1200 Zuschauern gewonnen werden. Anschließend fuhr man nach Pfaffenhofen wo der Türk SV Ingolstadt mit 1:0 bezwungen wurde. Die anschließenden Jubelstürme kannten keine Grenzen. In der Saison 2009/2010 spielte man eine sehr euphorische und engagierte Vorrunde. Somit legte man den Grundstein für den ersehnten Klassenerhalt in der Bezirksliga, was bis dato so in der Vereinsgeschichte noch nie erreicht wurde. Mit weiteren Spielerverstärkungen und dem eigenen Nachwuchs gelang in den Saisonen 2010/2011, 2011/2012 und 2012/2013 jeweils der sichere Klassenerhalt in der Bezirksliga Gruppe Nord. In der Saison 2011/2012 war man in der Vorrunde sogar an 3 Spieltagen Tabellenführer in der Bezirksliga. Eine homogene Mannschaftsleistung war Garant für dieses überragende Ergebnis. Vater des Erfolges war Spielertrainer Michael Stiller, mit dem wir 6 tolle Spielzeiten bestritten. In der Saison 13/14 musste man nach den Abgängen einiger Stammkräfte den bitteren Gang in die Kreisliga antreten.

Unsere Zweite Mannschaft konnte nach drei Jahren in B-Klasse in der Spielzeit 2010/2011 die Meisterschaft unter dem jungen Spielertrainer Tobias Hilbich erringen. Es folgten mehrere sehr erfolgreich Jahre in der A-Klasse ehe man unter Trainer Freddy Bertsch die beste Leistung einer Eittinger Zweiten erzielte. In der Saison 2013/2014 erreicht man den vierten Platz in der A-Klasse, was es so zuvor noch nie in der Vereinsgeschichte gab. Da die erste Mannschaft mehrere Leistungsträger verlor zeigte das auch in der Reserve seine Wirkung in den zwei darauffolgenden Jahren spielte man gegen den Abstieg. In der Saison 2015/2016 schaffte man buchstäblich in aller letzter Sekunde den Klassenerhalt mit einem Fußballwunder gegen den TSV Wartenberg II, 4:3 nach 0:3 Rückstand. Trainer war Manfred Deinbeck der zum Winter 2016 die Mannschaft übernahm und ihr einen neuen Geist einhauchte.

Im Sommer 2014 wurde dann ein Umbruch getätigt. Mit den Ex-Landesliga-Akteuren Max Lerchl und Michael Pech zog man erstmals gleich zwei Trainer an Land. Mit nur zwei Niederlagen in 26 Spielen gelang dem Trainerduo der sofortige Aufstieg in die Bezirksliga. Leider konnten die Leistungen nicht über die volle Saison auf dem notwendigen Niveau gehalten werden und so musste man am Ende, nach zwei Relegationsspielen, den bitteren Gang in die Kreisliga antreten. Ein weiterer Aderlass dezimierte die Weiß-Blaue Elf erneut sehr stark. Mit Mario Crapanzano und Daniel Rieplhuber als Co-Trainer wurde ein neues Trainergespann verpflichtet. Oberstes Ziel war es ein neues Grundgerüst zu formen und möglichst schnell den Anforderungen der Kreisliga gerecht zu werden. Im vergangenen Herbst trennte sich der FC Eitting von Cheftrainer Crapanzano. Daniel Rieplhuber übernahm das Ruder und Gerhard Schrödl unterstützt ihn als Co. Nun gilt es mit aller Kraft den Klassenerhalt in der Kreisliga zu erkämpfen.

Die Zweite Mannschaft spielt heuer eine sehr passable Saison und belegt derzeit einen Platz im Mittelfeld der A-Klasse.